Bergbau und Tradition

Die Arbeit im Montanwesen war hart, gefahrvoll und schwer. Sehr früh entstand eine enge Beziehung zur Religion. Die Heilige Anna, erst später die Heilige Barbara, wurden als Schutzheilige verehrt. Traditionen halfen, den Zusammenhalt der Bergleute zu festigen. Kirchen wurden der Hl. Anna und der Hl. Barbara geweiht. In Sulzbach-Rosenberg wird alljährlich das Wallfahrtsfest auf dem Annaberg gefeiert. Bedeutend im Volksglauben ist auch der Hl. Leonhard, der u.a. von Fuhrleuten, Schmieden und Schlossern sowie Bergleuten angerufen wird. Ihm ist beispielsweise die romanische Turmkirche in Penk an der Naab geweiht.

Die Förderung von Tradition und Gläubigkeit diente bis ins 20. Jahrhundert dem Zusammenhalt aber auch der Disziplinierung der Bergleute. Obwohl in den rohstoffverarbeitenden Werken das alte „hüttenmännische“ Selbstbewusstsein unter dem Druck moderner Produktionsmethoden schneller verlorenging, existierte eine tiefe und außergewöhnliche Verbundenheit der Belegschaften zu den

Betrieben, wodurch Krisen und insbesondere Stilllegungen von Betrieben emotional aufgeladen wurden. Die Belegschaften fürchteten nicht nur um Arbeitsplätze, in den betroffenen Regionen fürchtete man auch den Verlust von Identität.

In vielen Orten der Region haben sich die Traditionen der Bergleute erhalten. Barbarafeiern, Bergmannskapellen und Knappenvereine spielen noch heute eine wichtige Rolle im gesellschaftlichen Leben. Bergarbeitersiedlungen wie in Pegnitz, Auerbach oder Amberg legen Zeugnis ab von der sozialgeschichtlichen Bedeutung des Montanwesens.

Auch Orts- und Flurnamen in der Region weisen vielerorts auf die Montangeschichte hin. Eisenbach, Erzberg, Gruppenbrut (=Grubenholz), Rußhütte oder Kohlbühl sind nur einige Beispiele. Bezeichnenderweise hat auch der Familienname Schi(e)nhammer im Amberg-Sulzbacher Land seine größte Verbreitung.