Neues zur Montanarchäologie

Ein frühmittelalterlicher Grubenmeiler aus Theuern

Dass die Montantätigkeit im „Ruhrgebiet des Mittelalters“ wesentlich früher begann, als es die schriftlichen Quellen bezeugen können, haben verschiedene Grabungen in den letzten Jahren gezeigt. Nun haben Archäologen in Theuern ein weiteres Puzzleteil zur frühen Montangeschichte der Region liefern können. Theuern, das für sein imposantes Hammerschloss bekannt ist, gehört wohl mit zu den älteren Siedlungskernen im Vilstal. Ein Eisenhammer ist zwar erst im 15. Jahrhundert historisch nachgewiesen, doch Pingenfelder in der Umgebung sowie weitere Bodendenkmäler lassen auf eine zeitlich wesentlich frühere Förderung, Herstellung und Verarbeitung des Eisenerzes schließen. Der aktuelle Fund eines Grubenmeilers direkt an der Vils lässt sich ins 8. nachchristliche Jahrhundert datieren. Des weiteren wurden frühmittelalterliche Eisenschlacken gefunden. Diese legen nahe, dass die Holzkohle zur Verhüttung der lokalen Kreideeisenerze verwendet wurde. Dafür wurden der Produktionsort (z.B. Rennofen, Meiler, Schmiede) und die dafür nötigen Materialien (z.B. Holzkohle) in direkter Nähe zu den Rohstoffen Holz und Erz angesiedelt. Siedlungsspuren im Umfeld der Grabungsstelle belegen eine Besiedelung von der Urnenfelderzeit, über die frühe Eisenzeit und die Karolingerzeit bis hin ins späte Mittelalter. Mit dem Fund des Grubenmeilers ist die Eisenverarbeitung in Theuern noch älter als die karolingerzeitliche Schmiede in Kümmersbruck wenige Kilometer weiter nördlich, die ins 8./9. Jahrhundert datiert werden konnte.  

Zurück